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Istria100 by UTMB // 110km 4000hm
Story— #race

Istria100 by UTMB // 110km 4000hm

Es ist doch immer dasselbe.. Die Anspannung, die Gedanken, hier und da machen sich kleine Aua’s bemerkbar, schlechter Schlaf. Man macht sich selber ein wenig verrückt.

Datum
30. Apr. 2025
Autor
Christoph Bruckgraber
Fotos
Christoph Bruckgraber

Es ist doch immer dasselbe.. Die Anspannung, die Gedanken, hier und da machen sich kleine Aua’s bemerkbar, schlechter Schlaf. Man macht sich selber ein wenig verrückt.

Möge beim ersten 100er alles gut gehen. Start war in Buzet um 7.00 Uhr (Etwas zu Spät wenn man mich fragt). Den Start kannte ich noch vom Vorjahr. Ist es der Selbe wie beim 70k Race. Danach ging es gleich Bergan in den alten Kern von Buzet. Ich merkte schon zu Beginn, dass mir das Atmen schwer fällt an diesem Tag. Ein ständiges Gefühl, dass ich jeden Moment brechen musste sollte mich die kompletten 110km begleiten. Egal, es ging weiter durch ein kleines Dorf, abgelegenen Straßen und Wegen. Der Motor in mir will einfach nicht rund laufen. Die ersten KM liefen einfach mies. Ich war durchaus happy die erste VP erreicht zu haben. Einmal kurz sammeln und durchatmen.

Plötzlich war der Fokus da, der Motor sprang an und die Beine waren locker. Rechtzeitig um die zwei Erhöhungen (Berge will ich nicht sagen) zu erobern. Yes! Ich konnte einige Plätze bis zum Downhill gut machen. So soll es laufen! Mein Ziel Buzet in max. 5 Std 30 Min zu erreichen schien drinnen zu sein. Der Downhill ging immer mehr ins technische. Das war genau mein Ding. Ich merkte das hier viele die ich überholen konnte Probleme mit dem Untergrund hatten. Noch 3 KM bis Buzet, ich schaute kurz auf die Uhr. 4 Std und 20 Min. Ich war meinem Ziel weit voraus!

Angekommen in der Sporthalle von Buzet erwartete mich schon meine Frau Tanja. Ich wechselte die Kleidung und Schuhe. Tankte meinen Körper mit Energie auf und weiter gings. Die verbleibenden 70km kannte ich noch gut aus dem Vorjahr. Also was sollte noch schief gehen? Das sollte ich ab dem 50. km durch die Temperatur deutlich zu spüren bekommen. Der Wind war weg und die Mittagssonne gab ihre Wärme zum Besten. Sie zog mir förmlich den Stecker. Dazu noch teils nicht laufbare Anstiege ohne Schatten. Oben angekommen bat uns im Ort ein Kroate Wasser an. Es war bitter nötig mein Mund war staubtrocken und der Brechreiz trug dazu bei. Es half ja alles nix, also weiter Schritt für Schritt. Es ging stätig auf und ab. Endlich sah ich den Butoniga See. Dort angekommen habe ich massig viel Zeit verloren. Ab jetzt gilt es nur mehr das Ziel unter 17 Std zu erreichen. Platzierung und Topzeit… Egal. An der VP am See nochmal die leeren Tanks aufgefüllt weiter Richtung Livade über Feldwege und der Ortschaft Motovun die wie eine Festung dastand. Ein etwas mühsamer aufstieg über Felstreppen erwartete mich und die anderen Läufer. Es wurde wieder deutlich angenehmer zu laufen. Die Sonne gab nicht mehr so viel Wärme ab.

Gute Zwei Kilometer noch auf einem easy Downhill und Livade war erreicht. Dort warteten schon Tanja und meine zwei Freunde Alex (der auch mein Trainer ist) und seine Freundin Beli auf mich. Noch nie freute ich mich so sehr wieder bekannte Gesichter zu sehen. Vor allem das Alex nach seinen 100M Rennen da war (auch wenn er sichtlich gezeichnet war…). Die drei pushten und gaben mir nochmal viel Kraft mit auf die letzten 35km. Wie ausgewechselt nahm ich die letzten Kilometer in Angriff.

Bis Buje war da echt Tempo drinnen. Einige Plätze die ich vorhin verloren hatte konnte ich wieder gut machen. Die Sonne wich dem Vollmond und die Dunkelheit brach herein. Mit ihr wurde es merklich frischer. Voll fokussiert das kleine Ziel zu erreichen lief ich KM zu KM zur letzten VP nach Buje. Ich sah den anderen Läufern ins Gesicht. Alle waren total K.O. und sichtlich müde. Es soll nicht überheblich klingen, aber ich fühlte mich noch immer frisch seit Livade. Keine Anzeichen von Müdigkeit oder schweren Beine.

Wer bereits eine Distanz des Istria100 gelaufen ist der weiß was jetzt noch kommt. Für mich ist es der mühsamste. Dieser gefühlt endlose Feldweg nach Umag. Der bremste mich doch noch ein wenig aus. Heilfroh den Stadtrand von Umag erreicht zu haben mobilisierte ich meine Kräfte noch ein letztes Mal und lief der schönen Uferpromenade von Umag in dein Zieleinlauf. Das Minimalziel habe ich mit 16 Stunden und 32 Minuten geschafft. Tanja wartete auf mich im Ziel und Gratulierte mir mit einem Bussi und einen 2,5KG schweren Nutella Kübel. Rückblickend bin ich dann doch mit dem Rennen zufrieden. Auch wenn ich weiß das hier einiges mehr drinnen gewesen wäre. 

Fazit: Der Istria100 by UTMB mag vom Kurs her nicht der schwerste sein. Für Anfänger oder Läufer die sich an längeren Distanzen versuchen wollen zu empfehlen. Schwierig macht es hier eher das Klima. Der Körper der hier in Österreich noch die etwas kühleren Temperaturen gewohnt ist, hat in Umag zu kämpfen.

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